Außergewöhnlich hartes und gutes Urteil


Außergewöhnlich hartes und gutes Urteil

Christine Kensche vor 3 Std.
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Der Mord an einer hochschwangeren jungen Frau hat die Justiz dazu gebracht, Zögerlichkeit zu lassen und der Brutalität der Tat Rechnung zu tragen. Endlich wurde die Härte des Gesetzes angewandt.

Die Justiz hat es nicht leicht. Wenn man das Bild zusammenfasst, das sich so mancher Deutsche vom Zustand der deutschen Strafverfolgung malt, sieht das ungefähr so aus: Täter werden nie gefasst, und wenn doch mal einer ins Netz geht, kann er damit rechnen, mit einer laschen Strafe davonzukommen.

Den Richtern fehle der Mut, und überhaupt seien Recht und Ordnung nur mehr eine schöne Erinnerung. Umso bemerkenswerter ist ein Urteil, das jetzt im Berliner Landgericht gefällt wurde. Denn es passt so gar nicht in dieses Bild, auch wenn das einige wieder behaupten mögen.

ARCHIV - Kreuze, Blumen und Kerzen sind am 26.01.2015 in Berlin in einem Waldstück an der Bärenlauchstraße abgelegt worden. An dieser Stelle war eine Frau von Spaziergängern tot aufgefunden worden. Nach den bisherigen Ermittlungen wurde die schwangere Frau niedergestochen und dann noch lebend verbrannt. Nun müssen sich zwei Angeklagte vor dem Berliner Landgericht verantworten. Foto: Paul Zinken/dpa (zu Vorausmeldung lbn vom 10.02.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++© dpa ARCHIV – Kreuze, Blumen und Kerzen sind am 26.01.2015 in Berlin in einem Waldstück an der Bärenlauchstraße abgelegt worden. An dieser Stelle war eine Frau von Spaziergängern tot aufgefunden…

Am 22. Januar vergangenen Jahres hatten die damals 19-jährigen Eren T. und Daniel M. die hochschwangere Maria P. niedergestochen und angezündet. Am Freitag wurden sie zu je 14 Jahren Haft verurteilt.

Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen. Aber das Strafmaß ist beachtlich, sehr sogar. Das Gericht hat das Jugendstrafrecht angewendet, wie es die psychiatrischen Gutachter und die Jugendgerichtshilfe empfohlen hatten. Die maximale Strafe für Mord, die es vorgibt, beträgt 15 Jahre.

Junge Männer voller Mordlust

2012 wurde die Höchstgrenze von damals zehn Jahren angehoben. In Berlin ist bisher nicht ein Fall bekannt, in dem diese alte Grenze tatsächlich überschritten wurde. Mehr als zehn Jahre Gefängnis darf ein Gericht nur verhängen, wenn die Täter zum Tatzeitpunkt mindestens 18 waren. Und wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde. Das kommt extrem selten vor.

Noch seltener ist, dass, wie nun geschehen, gleich drei sogenannte Mordmerkmale benannt werden: Grausamkeit, Heimtücke und im Fall von Eren T., der die Geburt seines Kindes verhindern wollte, niedrige Beweggründe, bei Daniel M. Mordlust.

Volle 15 Jahre hat das Landgericht vermutlich nicht gegeben, weil es sichergehen wollte, dass das Urteil nicht vom Bundesgerichtshof kassiert wird. Bei Jugendstrafsachen schaut dieser nämlich noch einmal ganz genau hin.

Die Richter haben also getan, wasan Rednerpulten und Stammtischen so oft gefordertwird und zur Floskel verkommen ist: Sie haben die ganze Härte des Gesetzes angewendet. Das wurde auch Zeit.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/au%c3%9fergew%c3%b6hnlich-hartes-und-gutes-urteil/ar-BBpJG1K?ocid=spartandhp

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